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  • J.Burmetler

Coaching – was ist das eigentlich?

Aktualisiert: 11. Apr 2019


Coaching boomt! Jeder der etwas auf sich hält, leistet sich heutzutage einen Coach. In einer Zeit, in der sich das Rad der Veränderung immer schneller zu drehen scheint, geht es hauptsächlich darum, besser zu werden, Schwächen zu erkennen, diese auszubügeln und gleichzeitig seine Stärken zu stärken, um noch mehr aus sich heraus zu holen. „Selbstoptimierung“ ist für immer mehr Menschen das Gebot der Stunde!


Doch was genau ist Coaching aus fachlicher Sicht betrachtet überhaupt? Was kann Coaching und was kann es nicht? Wie läuft ein professionelles Coaching ab? Und, wie findet man einen guten Coach? Wenn Sie sich für diese Fragestellungen interessieren, empfehlen wir Ihnen weiterzulesen …



Was ist Coaching?


Coaching ist bis heute an keine formelle Qualifikation gebunden. Die selbstständige Ausübung von Coaching ist in Österreich allerdings durch die Gewerbeordnung gesetzlich geregelt. Coaching ist darin den Berufsbildern "Unternehmensberatung" sowie "Lebens- und Sozialberatung" vorbehalten. Dabei handelt es sich um "reglementierte Gewerbe". Für die Ausstellung einer Gewerbeberechtigung dieser Berufsgruppen bedarf es eines speziellen Befähigungsnachweises.


Auch wenn der Begriff "Coaching" nicht einheitlich interpretiert wird, haben gute Coaches grundsätzlich eine längere Ausbildung hinter sich, bringen selbst viel berufliche Erfahrung mit und bauen bei der Begleitung ihrer Klienten auf einer fundierten und sehr zielgerichteten Frage- und Interventionskompetenz („Methodenkoffer“) auf.


Zudem gibt es im deutschsprachigen Raum mehrere Coaching-Dachverbände, die eine in den Grundzügen sehr ähnliche Definition des Begriffes „Coaching“ vorgeben. Kurz zusammengefasst zielen diese Definitionen auf Folgendes ab:


  • Coaching ist ein zeitlich begrenzter, interaktiver und personenzentrierter Begleitungsprozess.

  • Dieser Prozess kann sowohl Berufliches als auch Privates beinhalten, steht grundsätzlich aber oftmals in einem beruflichen Kontext.

  • Bei einem Coaching arbeiten Coach und Coachee (= die zu coachende Person) auf „Augenhöhe“ zusammen. Das heißt, es gibt kein hierarchisches Gefälle.

  • Der Fokus in der Zusammenarbeit liegt in der gemeinsamen Entwicklung von Lösungsansätzen für zuvor definierte Coaching-Ziele.

  • Während sich der Coach auf den Verlauf des (Entwicklungs-)Prozesses konzentriert, fokussiert sich der Coachee auf die inhaltlichen Aspekte

  • Der Coach leitet an und behält den „roten Faden“ im Blickfeld, während der Coachee inhaltlich reflektiert und sein Thema (weiter)entwickelt, bis das gesetzte Coaching-Ziel erreicht ist.


D.h. ein zielgerichtetes Coaching entwickelt sich im Rahmen eines prozesshaft angelegten Dialogs bei dem ein Coach fragt, genau hinhört und wenn hilfreich, auch gezielt Interventionen setzt, um den Klienten dabei zu unterstützen, seinen Handlungsspielraum zu einem bestimmten Thema („Ziel“) stetig zu erweitern. Ein Coach bringt dabei keine fertigen Lösungen ins Coaching ein, sondern lässt sie seinen Coachee selber finden bzw. ganz individuell entwickeln.

Zur deutlichen Abgrenzung und besseren Orientierung sei an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass Coaching kein Training, keine Supervision, kein Mentoring, keine Mediation und auch keine Psychotherapie ist. Jede der hier genannten Disziplinen hat ihren eigenen fachlichen und methodischen Schwerpunkt.



Was kann Coaching?


Wer sich einen "persönlichen Ratgeber" leistet, der gilt in einer von Selbstoptimierung getrieben Welt schon lange nicht mehr als jemand mit Macken, sondern als Macher! Jemand mit einem hohen Maß an Eigeninitiative und Selbstverantwortung. Jemand, der sein Leben aktiv gestaltet, Steine aus dem Weg räumt und sich gezielt neue Möglichkeiten eröffnet. Viele erfolgreiche Menschen, wie Unternehmer, Manager, Führungskräfte, Abteilungsleiter, aufstrebende Mitarbeiter etc. lassen sich coachen. Die Inanspruchnahme kann somit in ganz unterschiedlichen Situationen und Lebensphasen sinnvoll sein. Konkreten Nutzen bietet Coaching im beruflichen Kontext beispielsweise bei folgenden Themen:

  • Professionalisierung der Berufs-/ Führungsrolle

  • Entwicklung von Management- und Sozialkompetenz

  • Aufbau und Entwicklung von Selbstvertrauen und Selbstwert

  • Auflösen von Leistungs-, Kreativitäts- und Motivationsblockaden

  • Reflexion einschneidender Situationen (Fusion, Versetzung, Kündigung etc.)

  • Vorbereitung auf wichtige Ereignisse (Auftritte, Präsentationen, Vorträge etc.)

  • Entwicklung von Bewältigungsstrategien bei Stress und drohendem Burnout

  • Reflexion von Konflikten mit anderen Personen (Kollegen, Vorgesetzten, Kunden)

  • Persönliche (Sinn-)Krisen: „Was tue ich hier?“, „Warum mache ich das (noch)?“ etc.

  • „Innerer Kündigung“ und unausgeschöpfte Leistungspotenziale

  • Nachbearbeitung von Schulungen, Trainings und Seminaren

  • Lebens- und Karriereplanung

  • Nahender Ruhestand

  • Auszeiten

Die hier angeführten Themen sind, wie bereits erwähnt, beispielhaft zu verstehen. Trotz der Vielzahl von möglichen Anlässen für ein Coaching, ist es jedoch kein Allheilmittel. Denn nur mit der Bereitschaft eines Klienten, dem Willen zur Veränderung und dem Wunsch selbst (pro-aktiv) mitzuwirken, kann ein Coaching seine volle Wirkung entfalten.


Ein wichtiges Wesensmerkmal von Coaching ist, dass ein Coach seinem Coachee die Verantwortung für zu treffende Entscheidungen bzw. für festzulegende Ziele nicht abnimmt. D.h. dieser Umstand erfordert bereits von Beginn an Klarheit sowie ein hohes Maß an Selbstverantwortung und Disziplin seitens des Coachee. Professionelle Coaches weisen Ihre Klienten vor Beginn einer Zusammenarbeit ausdrücklich darauf hin.



Wie läuft ein Coaching ab?


Wie läuft ein Coaching in der Praxis ab? Auch wenn Coaching ein sehr individueller und inhaltlich flexibler Prozess ist, folgt der Ablauf einem bewährten Grundschema. Die folgenden vier Phasen sind die klassischen Phasen eines Coaching-Prozesses und werden in einem professionellen Setting immer durchlaufen:


  • Kontakt- und Kennenlernphase

  • Orientierungs- und Klärungsphase

  • Interventions- und Veränderungsphase

  • Zielerreichung und Abschlussphase


Bei genauerem Hinsehen lassen sich den genannten vier Phasen eines Coaching-Prozesses folgende Prozessschritte zuordnen:

Der Wunsch nach Veränderung

Sie verspüren den Wunsch in Ihrem Leben etwas zu verändern bzw. sich in bestimmten Lebensbereichen weiterzuentwickeln (z.B. aus obigen Gründen). Sie beschließen sich dabei begleiten/anleiten zu lassen und entscheiden, ein Coaching in Anspruch zu nehmen.


Die Recherche

Im Internet kann man sich relativ rasch einen ersten Überblick verschaffen (z.B. Suche: „Coaching+Ort“). Oder Sie fragen gezielt Leute in Ihrem Umfeld, wer gute Erfahrungen mit einem Coach gemacht hat. Danach liegt es an Ihnen, eine Entscheidung zu treffen und die Coaches Ihrer Wahl zu kontaktieren.


Das Erstgespräch

Beim Erstgespräch lernen sich Coach und Coachee kennen. Berufliche Hintergründe und Arbeitsweisen werden besprochen und gegenseitiges Vertrauen aufgebaut. Schwerpunkte des Coachings werden identifiziert und oft auch schon die aktuelle Situation angesprochen. Ebenso können in diesem Stadium auch bereits Zielsetzungen und der zeitliche Rahmen für das Coaching angesprochen werden.


Die Vereinbarung

Bevor es losgeht, müssen beide noch den Rahmen fixieren: Dazu gehören konkrete Ziele, Erwartungen, Anzahl der Sitzungen, wo und wann diese stattfinden, Regelung im Falle einer Terminabsage und natürlich die Kosten.


Die Analyse

Ist der Rahmen geklärt beginnt das eigentliche Coaching mit einer Situationsanalyse. Der Coach stellt Fragen, sammelt Informationen, identifiziert Problemfelder und konkretisiert diese. Er analysiert, spricht offensichtliche Blockaden an und hinterfragt mögliche Potenziale und Ressourcen des Klienten.

Die Veränderung

Der Coach reflektiert gemeinsam mit dem Klienten die Analyse, gibt Feedback und stellt erste Handlungsoptionen und mögliche Strategien vor. Er gibt jedoch keine Anweisungen was jetzt zu tun ist, sondern moderiert die vom Klienten gewünschten Veränderungsschritte. Er hinterfragt Kernaussagen und Details oder bestärkt den Coachee in seiner Entscheidung.


Die Umsetzung

Jetzt folgt der Transfer in die Praxis. Der Coach überträgt gemeinsam mit den Coachee die entwickelten Handlungsschritte in konkrete Alltagsaufgaben. Diese bestehen beispielsweise darin bis zum nächsten Coachingtermin die entwickelten Handlungsoptionen im Alltag aktiv zu (er)leben. Bei der Umsetzung ist, neben einem gewissen Maß an Disziplin und Konsequenz, vor allem aber der Wille des Coachees entscheidend.

Die Erfolgskontrolle

Im darauffolgenden Coachingtermin wird gemeinsam besprochen, was umgesetzt wurde. Wie es dem Coachee dabei ergangen ist, was sich verändert hat und was noch offen geblieben ist. Gemeinsam wird die Effektivität und der Erfolg der vereinbarten Strategien analysiert. Daraus leiten sich dann weitere Schritte ab oder aber beide orientieren sich neu und entwickeln neue Strategien und neue „Hausaufgaben“.


Der Abschluss

Ein professionelles Coaching sollte nie einfach auslaufen. Am Ende werden die wesentlichen Aspekte in einem Resümee noch einmal kompakt zusammengefasst.

  • Wurde das Coaching-Ziel erreicht?

  • Was hat der Coachee im Verlauf des Coachings gelernt?

  • Welche Methoden und Kompetenzen hat er neu entwickelt und sich angeeignet?

  • Traut sich der Coachee zu, künftige Herausforderungen ohne Coach zu meistern?

  • Wie zufrieden ist der Coachee mit den Ergebnissen und dem Coaching insgesamt?


Auf der Metaebene ist das Ziel eines Coachings eine nachhaltige „Hilfe zur Selbsthilfe“. Schafft es der Coach im Laufe der Zusammenarbeit und der Zielerreichung, sich selbst "überflüssig" zu machen (indem er den Klienten hilft zukünftig selbständig und ohne fremde Hilfe ähnliche Probleme zu meistern), hat er einen guten Job gemacht.



Wie findet man einen guten Coach?


Die Suche nach einem guten Coach kann manchmal ein kleiner Hürdenlauf werden – besonders beim 1. Mal. Worauf sollte man achten? Wie kommt man an Informationen? Wer kann behilflich sein? Wenn man sich erstmals mit dieser Thematik konfrontiert sieht, ist die Recherche vielleicht etwas herausfordernd. Hier ein paar Tipps, wie Sie bei der Auswahl Ihres Coaches vorgehen können:


  • Meist bietet das Internet einen ersten, schnellen Überblick, wenn man sich an das Thema „Coaching“ heranwagt. Doch seien Sie hier nicht zu leichtgläubig und hinterfragen Sie gefundene Internetauftritte kritisch – auch wenn Sie Ihnen zusagen. Gute Werbung ist nicht immer ein Indikator für gute Qualität.

  • Erkundigen Sie sich in Ihrem näheren Umfeld (privat und beruflich) nach Erfahrungen und fragen Sie gezielt nach persönlichen Empfehlungen. Persönliche Empfehlungen sind oftmals ein guter Wegweiser und eine wertvolle Hilfe bei der Wahl eines Coaches.

  • Achten Sie darauf, dass ein Coach über ausreichend Berufs- und Lebenserfahrung verfügt. Wer selbst nie oder nur wenig im Berufsleben gestanden hat, wird sich eher schwer in die Rolle von Klienten versetzen bzw. den Transfer von neu entwickelten Handlungsoptionen in den (Berufs-)Alltag wenig ausreichend unterstützen können.

  • Erkundigen Sie sich nach der oder den Beratungs- oder Coaching-Ausbildungen, die Ihr Coach vorweisen kann. Hierbei sollte auch Selbsterfahrung eine wichtige Rolle spielen. Zudem sollte die regelmäßige Supervision des Coaches ein fixer Bestandteil sein.

  • Professionelle Coaches bieten am Beginn häufig ein unverbindliches Vorgespräch an. Dabei erläutern sie Ihre Vorgehensweise, den zeitlichen Ablauf und sonstige Rahmenbedingungen. Hier besteht für Sie auch die Möglichkeit, Fragen zu unklaren Punkten zu stellen.

  • Es macht Sinn, dass Coaches mit ihren Klienten eigene „Coaching-Verträge“ abschließen. Das sind keine seitenlangen, kleingedruckten Schriftstücke, sondern Vereinbarungen, die das definierte Coaching-Ziel festhalten, eine vorläufige Termin-Stundenanzahl, das Honorar sowie den Modus der Erfolgskontrolle. Eventuell auch noch Eckpunkte zu sonstigen Rahmenbedingungen (z.B. Absage-Regelung etc.)

  • Ein Coach sollte Ihnen mehrere Referenzen (Personen / Unternehmen) nennen können, bei denen Sie sich über Ihn und seine Arbeit informieren können.

  • Last but not least: Die Chemie muss stimmen! Denn einer der wohl wichtigsten Erfolgsfaktoren ist eine gute Beziehung zwischen Coach und Klienten. Die beste Ausbildung und die meiste Erfahrung wird Ihnen nicht weiterhelfen können, wenn Sie und Ihr Coach zwischenmenschlich nicht zusammenkommen.


In diesem Sinne, wünsche ich Ihnen viel Erfolg auf Ihrem Weg und bei Ihren privaten und beruflichen Herausforderungen. Falls Sie Fragen zu diesem Thema haben oder vielleicht selbst gerade mit dem Gedanken spielen, in sich selbst zu investieren und ein Coaching in Anspruch zu nehmen, stehe ich Ihnen mit meinem Wissen und meiner Erfahrung gerne für ein unverbindliches Kennenlerngespräch zur Verfügung.

Sprechen Sie mich an!


Kontaktieren Sie mich unter +43 680 2059 332, per eMail oder über das Online-Kontaktformular.


Ich freue mich darauf, Sie persönlich kennenzulernen!

Mit den besten Grüßen

Ihr Joachim Burmetler


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Zehengruberstraße 7, 3100 St.Pölten |


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