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  • J.Burmetler

RESILIENZ - die Kraft die alles schafft

Resilienz oder das, was sich hinter diesem Begriff verbirgt, ist wohl so alt wie die Menschheit selbst. In der Geschichte des Lebens war es immer schon essentiell und überlebenswichtig an schwierigen Situationen nicht zu zerbrechen sondern daran zu wachsen und sich persönlich weiterzuentwickeln. Wer sich diese Fähigkeit nicht zu eigen macht, hat es schwer, Krisen zu meistern und Rückschläge heil zu überstehen.

Was steckt hinter diesem Begriff oder besser gesagt, hinter dieser Fähigkeit, die in den letzten Jahrzehnten scheinbar wieder neu „entdeckt“ wurde? Was zeichnet resiliente Menschen aus? Ist es wichtig und von Vorteil resilient zu sein? Lässt sich diese Fähigkeit erlernen/trainieren? Antworten auf diese Fragen finden Sie in diesem Artikel.



Was versteht man unter dem Begriff Resilienz?


Der Begriff Resilienz leitet sich aus dem Lateinischen „resilire“ ab und bedeutet so viel wie "zurückspringen" bzw. "abprallen".


Ursprünglich wurde der Begriff in der Werkstoffkunde verwendet, wo mit zurückspringen bzw. abprallen die Beschaffenheit von Werkstoffen beschrieben wurde. Ein Werkstoff galt umso resilienter, wenn er bei Druck elastisch nachgab und nicht barst oder zerbrach und nach der Druckeinwirkung von alleine wieder in den Ausgangszustand zurückging. Darum wird Resilienz allgemein oft auch als „Widerstandsfähigkeit“ bezeichnet – was bei genauerem Hinsehen nicht ganz korrekt ist.


Im psychologischen Kontext ist mit Resilienz jene Fähigkeit gemeint, um Krisen mit Hilfe persönlicher Ressourcen zu bewältigen und anschließend aus diesen gestärkt hervorzugehen. Persönliche Ressourcen bezeichnet man in diesem speziellen Zusammenhang auch als „Resilienzfaktoren“. Wer eine gute entwickelte Resilienzfähigkeit besitzt, kann nicht nur Krisen besser meistern, sondern reagiert auch im Alltag nicht so empfindlich auf Druck und Stress. Wie man sieht, eine Fähigkeit die gerade in einer von Optimierung und Wachstum getriebenen Berufswelt und von vielen burnout-gezeichneten Karrieren sehr hilfreich ist.



Ist Resilienz wichtig?


Kennen Sie den Spruch „Wer lesen kann ist klar im Vorteil!“? Ähnlich verhält es sich mit der Resilienzfähigkeit. Es ist von Vorteil, sowohl in schwierigen Lebensphasen aber auch im ganz normalen Alltag auf eine gut entwickelte Resilienzfähigkeit zurückgreifen zu können. Resiliente Menschen sind klar im Vorteil, wenn es darum geht, sich unter verschiedensten - guten sowie auch weniger guten - Rahmenbedingungen positiv zu entwickeln. Aus diesem Blickwinkel betrachtet, kann die Frage, ob Resilienz wichtig ist, mit einem klaren "JA" beantwortet werden.



Resilienzforschung


Immer und überall hat es Menschen gegeben, die über eine überdurchschnittlich hoch ausgeprägte Resilienzfähigkeit verfügten. Relativ neu ist allerdings eine von Grund auf wissenschaftliche Auseinandersetzung mit diesem spezifischen Thema.


Erst Mitte des 20. Jahrhunderts gab es in den Geisteswissenschaften ein verstärktes Interesse an den Grundlagen von gezielt positiven Entwicklungsmöglichkeiten der menschlichen Persönlichkeit unter schwierigen Rahmenbedingungen. In den 1970er wurden dazu mehrere Studien durchgeführt, die sich insbesondere mit den Themen Kompetenz, Risiko und Resilienz beschäftigten. Ausgangspunkt für diese Studien war die Annahme, dass sich bestimmte Kinder auch trotz widriger Lebensumstände positiv entwickelten. Diese Perspektive, nämlich die Beschäftigung mit den Grundlagen einer positiven Persönlichkeitsentwicklung unter schwierigen Bedingungen, war neu. Medizin und Psychologie hatten sich bis dahin hauptsächlich aus dem Blickwinkel der Pathologie mit diesem Thema auseinandergesetzt. Im Fokus der Wissenschaft waren in diesem Zusammenhang bis dahin eher Risikofaktoren, Störungen und Fehlentwicklungen.


Wertvolle Pionierarbeit im Bereich der modernen Resilienzforschung leistete die amerikanische Entwicklungspsychologin Emmy Werner gemeinsam mit Ruth Smith im Rahmen der „Kauai Studie“.


Diese Studie begleitete über 40 Jahre lang 698 Kinder, die 1955 auf der Insel Kaui (Hawaii) geboren wurden. Knapp 33% dieser Kinder wuchsen unter äußerst schwierigen Verhältnissen auf. 66% dieser „Risiko-Kinder“ fielen als Jugendliche durch Lern- oder Verhaltensstörungen auf, wurden straffällig bzw. psychiatrisch auffällig. Gleichzeitig entwickelte sich 1/3 dieser Kinder dennoch erstaunlich positiv. Sie waren erfolgreich in der Schule, in das soziale Leben ihrer Umgebung sehr gut integriert und wiesen zu keinem Zeitpunkt der Untersuchung irgendwelche Verhaltensauffälligkeiten auf.


Die grundlegende Erkenntnis aus dieser bzw. auch aus ähnlichen Studien war, dass ungünstige Startvoraussetzungen im Leben nicht zwingend zu Elend und Misserfolg in der persönlichen Entwicklung führen müssen. Man schloss daraus, dass resiliente Menschen über bestimmte Eigenschaften verfügen und sich Strategien zu eigen machen, die es ihnen ermöglichen, an widrigen Umständen nicht zu zerbrechen, sondern daran zu wachsen und sich positiv entwickeln.



Wichtige Säulen der Resilienz


In der Forschung wird nach wie vor kontrovers diskutiert, welche Resilienzfaktoren nun wirklich eine positive Entwicklung unter widrigen Umständen begünstigen und welche nicht. Die im Folgenden aufgelisteten Fähigkeiten gelten unter Fachleuten als „maßgebliche Resilienzfaktoren“:


  • Emotionssteuerung

Diese Fähigkeit ermöglicht es, dass jemand seine Gefühle weitestgehend unter Kontrolle hat. Menschen mit dieser Fähigkeit nehmen ihre Gefühle wahr und wissen, was sie tun können, um sich in stressigen Situationen selbst wieder zu beruhigen.


  • Impulskontrolle

Wer seine Impulse unter Kontrolle hat, verfügt über ein großes Maß an Selbstdisziplin. Mit dieser Fähigkeit schaffen es Menschen, sich nicht so leicht von äußeren Einflüssen ablenken zu lassen und können begonnene Aufgaben fokussiert und erfolgreich zu Ende bringen.


  • Kausalanalyse

Die Fähigkeit Zusammenhänge zu erkennen erlaubt es Menschen, sich mit Problemen objektiv auseinanderzusetzen und aus vermeintlich gemachten Fehlern für die Zukunft zu lernen. Diese Fähigkeit bewirkt aber auch, dass resiliente Menschen bei negativen Erlebnissen positive Teilaspekte ausfindig machen können, um für sich daraus zu lernen.


  • Empathie

Empathische Menschen haben gelernt, sich auch in die Gefühlswelt anderer Menschen hinein zu versetzen. Diese Fähigkeit ermöglicht es ihnen, Verständnis für das Verhalten anderer aufzubringen und angemessen darauf zu reagieren.

  • Optimismus

Diese Fähigkeit lässt sich am besten mit einer „positiven Lebenseinstellung“ beschreiben. Wichtig dabei zu erwähnen ist, dass es nicht um bedingungslose Schönmalerei geht, sondern die tendenzielle, positive Grundhaltung zum Leben selbst. Optimisten sind in der Lage, auch sehr herausfordernden Situationen etwas Positives abzugewinnen.


  • Selbstwirksamkeit

Sich dessen bewusst zu sein, selbst etwas bewirken zu können, ist eine essentielle Fähigkeit, um gewünschte Veränderungen und beabsichtigte Entwicklungsschritte konsequent und motiviert voranzutreiben. Eine gut ausgeprägte Selbswirksamkeitserwartung zu haben bedeutet darauf zu vertrauen, dass das eigene Tun und Handeln eine positive Wirkung hat, um Pläne erfolgreich in die Tat umzusetzen.

  • Zielorientierung

Ziele sind wichtig! Sie geben Orientierung und ermöglichen es, sich selbst (und wenn nötig auch andere) zu führen. Resiliente Menschen setzen sich im Leben ganz bewusst Ziele, um etwas Bestimmtes („Gewünschtes“) zu erreichen. Da diese Ziele auch Teil der persönlichen Wunschlandkarte sind, werden alle notwendigen Handlungen sehr motiviert erbracht und Ziele konsequent umgesetzt.


Wie resilient sind Sie?


Falls Sie in die Thematik noch etwas tiefer eintauchen möchten, können Sie den folgenden kleinen "Resilienztest" machen. Es geht dabei darum, sich mit der eigenen Resilienzfähigkeit vertraut zu machen – sich selbst dafür zu sensibilisieren.


Anhand der Beantwortung folgender Fragen erfahren Sie überblicksmäßig, wie gut ausgeprägt Sie Ihre persönliche Resilienzfähigkeit im Moment wahrnehmen. Der Test ersetzt keine medizinisch-psychologische Analyse in Krisensituationen, liefert Ihnen aber für den Alltag einige interessante Anhaltspunkte um diese Fähigkeit zielgerichtet auszubauen.

Bevor Sie beginnen, machen Sie es sich bequem und atmen Sie ein paar mal ganz tief durch. Nehmen Sie sich anschließend für jeden Punkt bewusst etwas Zeit. Hören und fühlen Sie in sich hinein und denken Sie darüber nach. Welche Bilder und Situationen kommen Ihnen dazu in den Sinn? Wie viele der folgenden Aussagen treffen in welchem Ausmaß auf Sie zu?


  • Ich kenne meine persönlichen Stärken und Schwächen.

  • Ich habe ein ganz klares Ziel für mein Leben vor Augen.

  • Ich glaube daran, mein Schicksal selbst in der Hand zu haben.

  • Ich meistere alle Herausforderungen, egal wie groß diese sind.

  • Ich kann auch das Negative in meinem Leben akzeptieren.

  • Ich bin stolz darauf, was ich im Leben bisher erreicht habe.

  • Unabhängig von meinen Misserfolgen halte ich mich für einen wertvollen Menschen.

  • Ich habe einen starken Glauben und großes Vertrauen an die eigenen Fähigkeiten.

  • Ich habe Freunde, auf die ich mich auch in schwierigen Situationen verlassen kann.

  • Wenn etwas nicht klappt, analysiere ich kurz warum, und versuche es dann erneut.

  • Ich bin selbst unter Stress noch leistungsfähig und kann gut mit Druck umgehen.

  • Ich glaube auch in Krisenzeiten daran, dass sich alles zum Guten wenden wird.

  • Bei Problemen suche ich pro-aktiv nach Lösungen – und finde sie auch.


Je öfter Sie bei den beschriebenen Aussagen zustimmen konnten, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass auch Sie eine bereits gut ausgeprägte Resilienzfähigkeit besitzen.



Fabel: Die Eiche und das Schilfrohr

Original von Jean de La Fontaine

Quelle: Zehn Fabeln neu erzählt / Margrith Wey-Hegetschweiler / leicht abgeänderte Fassung



Einst sprach eine Eiche zu einem Schilfrohr: „Du hast wirklich Grund zum Klagen. Bereits ein kleiner Vogel ist für dich eine schwere Last und ein kleines Lüftchen legt dich fast flach. Ich hingegen trotze jedem Wind und stehe stolz auch im wildesten Sturm. Ach, wenn du doch wenigstens im Windschatten meines Laubwerks leben würdest, so könnte ich dich gegen die Unwetter schützen. Aber nein, du lebst am feuchten Ufer und bist dem Wind total ausgeliefert. Das alles erscheint mir sehr ungerecht!“


Dein Mitleid ist gut gemeint“, entgegnete das Schilfrohr. „Aber, mach dir um mich keine Sorgen. Sturmwinde sind für mich weit weniger gefährlich als für dich. Ich kann mich beugen ohne dabei zu brechen. Du hast bis jetzt jeden Sturm getrotzt, ohne deinen Rücken zu krümmen. Warten wir ab was die Zukunft noch bringen mag.“


Einige Wochen zogen ins Land, doch dann brach ein gewaltiger Sturm los. Die Eiche stand und das Schilfrohr beugte sich. Da legte der Sturm weiter an Stärke zu und wurde zu einem tobenden Orkan, der die mächtige Eiche am Ende entwurzelte. Das Schilfrohr hingegen richtete sich schon am nächsten Tag wieder auf und stand wie eh und je an seinem Platz.


Fazit dieser Fabel: Sie bringt sehr anschaulich auf den Punkt, worum es bei dem Thema Resilienz dem Grunde nach geht. Es dreht sich nicht - wie oftmals angenommen - um Widerstand, im Sinne von „sich mit aller Kraft gegen etwas zu stemmen“. Es geht vielmehr um eine positive Anpassungsfähigkeit und dem Nutzen von (bereits erlernten) Fähigkeiten und persönlichen Ressourcen, um schwierigste Situationen heil zu überstehen und daran zu wachsen - ... sich als Mensch positiv zu entwickeln! - ... beruflich und privat!



Lässt sich Resilienzfähigkeit verbessern?

Können wir unsere persönliche Resilienzfähigkeit auch im Erwachsenenalter noch verbessern bzw. ausbauen? JA - natürlich können wir das! Beispielsweise durch gezieltes Resilienz-Training bzw. Coaching. Selbst wenn man in jungen Jahren in diesem Bereich wenig gefordert war, lässt sich diese Fähigkeit im Jugend- und Erwachsenenalter gezielt (weiter)entwickeln und trainieren.

Um die eigene Resilienzfähigkeit gezielt auf- und auszubauen gibt es unterschiedliche Zugänge und Möglichkeiten. NLR® beispielsweise, bietet ein sehr effektives Methoden-Set, um diese Fähigkeit allgemein, aber auch situationsbezogen, im Rahmen von Trainings oder Coachings systematisch zu stärken. NLR® basiert auf einer Kombination aus hypnotischen Sprachmustern von Milton H. Erickson, Coachinginterventionen aus dem NLP, klassischem Resilienztraining und fallweise auch der Arbeit mit dem Systembrett.

Auch bieten sich in diesem Zusammenhang ergänzend wingwave®-Coachings an. Einerseits, um ganz gezielt innere Blockaden und hinderliche Glaubenssätze aufzulösen und andererseits, um Ihre persönlichen Ressourcen auf- und auszubauen.

Wie heißt es so schön:

„Rechtzeitig d'rauf schauen, dass man‘s hat, wenn man‘s braucht“.



Jetzt sind Sie am Zug!


Es freut mich, wenn ich Sie in den letzten Minuten ein bisschen für das Thema "Resilienz" sensibilisieren konnte. Fühlen Sie sich durchaus eingeladen, diese in allen Belangen wertvolle Fähigkeit regelmäßig zu pflegen und stetig auszubauen. Sie werden sehen, das ist in jedem Fall zu Ihrem persönlichen Vorteil! Es kann (nicht nur in schwierigen Lebensphasen sondern) vor allem im Alltag von unschätzbarem Wert sein , innerlich einen starken und gut trainierten Verbündeten bei sich zu wissen, der unterstützt und maßgeblich dazu beiträgt, Stück für Stück ein Meisterwerk aus dem eigenen Leben zu machen – es liegt an Ihnen, packen Sie es an!

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen das Allerbeste beim Ausbau Ihrer persönlichen Resilienzfähigkeit! Wenn Sie möchten, stehe ich Ihnen gerne persönlich mit meinem Wissen und meiner Erfahrung als Coach und Trainer zur Seite. Sie können mich gerne kontaktieren.



Ich freue mich darauf, Sie persönlich kennenzulernen!




Mit beflügelnden Grüßen

Ihr Joachim Burmetler

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Privatinstitut Burmetler GmbH |

Consulting * Coaching * Classes |

Zehengruberstraße 7, 3100 St.Pölten |

PS: Informationen zu den Themen "Coaching" und "Training" finden Sie im Internet unter www.privatinstitut-burmetler.at. Interessante Artikel gibt‘s regelmäßig im PiB-Blog!




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